Unser Jugendcafé ist ein Ort für queere junge Menschen: zum Ankommen und Verweilen, Austauschen und Zusammensein, Lernen und Arbeiten, zum alleine Lesen, Ausruhen oder für ein erstes Date. Dieser Raum soll grundsätzlich ohne Konsumzwang nutzbar sein – niemand muss etwas kaufen, um hier willkommen zu sein. Wasser steht kostenlos zur Verfügung.
Gleichzeitig ist das Jugendcafé kein neutraler Aufenthaltsraum, sondern ein Cafébetrieb, der Teil unseres Vereins ist. Und genau hier liegt ein Spannungsfeld, das wir offen benennen möchten.
Cafébetrieb und Jugendarbeit gehören zusammen
Als Verein unterliegen wir vereinsrechtlichen Regelungen. Unser Café ist der wirtschaftliche Teil des Vereins. Im besten Fall kann er nicht nur sich selbst tragen (ohne Gewinnabsicht), sondern auch den ideellen Betrieb mitfinanzieren – also jene Angebote der Jugendarbeit, die wir selbst finanzieren (müssen).
Das bedeutet ganz konkret: Gäst*innen des Cafés ermöglichen durch ihren Konsum auch unsere queere Jugendarbeit. Sie tragen dazu bei, dass dieser Ort langfristig bestehen bleibt.
Ein Raum ohne Konsumzwang mit fairen Preisen
Unsere Preise sind bewusst sehr niedrig gehalten, um möglichst vielen Menschen den Zugang zu ermöglichen. Jeder konsumierte Kaffee, jedes Getränk und jeder Snack ist daher auch ein solidarischer Beitrag zum Erhalt dieses Raumes und unserer Angebote.
Unser Jugendcafé ist kein Raum mit Konsumzwang und soll auch keiner werden. Für uns besteht jedoch ein Unterschied zwischen einem Ort, an dem Menschen sich gerne aufhalten dürfen, auch ohne etwas zu konsumieren, und einem Ort, an dem Speisen und Getränke jeglicher Art mitgebracht und konsumiert werden. Dies ist beispielsweise bei unseren Freizeitangeboten in den Jugendgruppen durchaus möglich, insbesondere wenn sie im Jugendzentrum oder außerhalb stattfinden, aber auch wenn sie im diversity Café stattfinden (außerhalb des Cafébetriebs und der diversity Bar).
Unsere Perspektive auf mitgebrachte Speisen und Getränke
Der Konsum mitgebrachter Speisen und Getränke ist nur noch eingeschränkt erlaubt. Erlaubt sind weiterhin etwa angebrochene Snacks aus Schule oder Uni, kleine und einfache Speisen für den Eigenbedarf oder selbst mitgebrachte Getränke wie Tee von Zuhause.
Nicht mehr erlaubt sind:
- große oder vollwertige Mahlzeiten
- Speisen und Getränke, die extra für den Verzehr im Café gekauft oder in großen Mengen zubereitet wurden
- alles, was einen zusätzlichen Service durch unser Team erfordert (z.B. Geschirr und Besteck, Erwärmen von Speisen oder Getränken)
Diese Regelung ist uns nicht leichtgefallen. Wir haben sie über einen längeren Zeitraum hinweg sorgfältig abgewogen.
Warum diese Regelung notwendig ist
Unser Cafébetrieb wird nur in begrenztem Umfang durch öffentliche Mittel gefördert. Alle laufenden Kosten – Lebensmittel, Verbrauchsmaterialien, Betriebskosten, Instandhaltung u.v.m. – müssen wir selbst tragen.
Aktuell stehen wir dabei vor mehreren Herausforderungen:
- Wir kaufen regelmäßig Lebensmittel ein, die leider nicht vollständig verkauft werden und verderben. Das führt zu unnötiger Verschwendung.
- Unser Speisenangebot macht derzeit Verlust.
- Der Cafébetrieb insgesamt deckt aktuell nicht einmal seine eigenen Kosten.
Uns ist bewusst, dass diese Regelung für manche nicht einfach ist und Fragen oder Unmut auslösen kann. Umso wichtiger ist es uns, offen darzulegen, warum wir diesen Schritt gehen.
Gleichzeitig ist der Cafébetrieb essenziell dafür, dass dieser Raum überhaupt existieren kann. Ohne ihn könnten wir die Betriebskosten nicht oder nur schwer tragen – und das diversity Café stünde queeren jungen Menschen in dieser Form nicht mehr zur Verfügung.
Wir sind derzeit auch dabei, unser Speisenangebot anzupassen und ggf. zu erweitern.
Fragen, Feedback oder Gesprächsbedarf?
Wenn du Fragen zu den Regelungen hast, dir etwas unklar ist oder du Feedback teilen möchtest, sprich uns gerne an oder melde dich bei uns. Du erreichst uns über unser Kontaktformular.




